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Evangelische Messe

03
AUG

Datum Samstag, 3. August 2019, 18:00 - 19:00 Uhr
Ort
Jacobi-Kirche, Oranienstraße 132, 10969 Berlin, Deutschland
Mitwirkende
Pfr.Schmidt

Ein festlicher Abendmahlsgottesdienst in der Form der Ev.-Luth. Messe

Lassen Sie sich einladen zu einem Gottesdienst mit Tradition und Weite.

In der Evangelischen Messe feiern wir Christus den Herrn, hören sein Wort an uns

und erfahren Gemeinschaft im Heiligen Abendmahl. Zur Messe gehören die festliche Gewänder, der Duft des Weihrauchs, wie auch das Zusammenspiel von Musik, Bild und Wort. So tragen wir das Evangelium in die Mitte der Gemeinde - Christus kommt zu uns in seinem Wort - die Gemeinde bildet einen Kreis um das Wort ihres Herrn.

Warum nennen wir diese Art des Gottesdienstes "Messe"?

Die lutherische Reformation hat die Messe nie abgeschafft. So heißt es im Augsburger Bekenntnis: Man wirft den Unsern zu Unrecht vor, sie hätten die Messe abgeschafft. Denn es ist offenbar, dass die Messe bei uns mit größter Andacht und Ernst gefeiert wird. […] So ist auch in Zeremonien der Messe nichts geändert worden, als dass an etlichen Orten neben dem lateinischen Gesang deutsche Gesänge gesungen werden… (CA 24 Von der Messe)

Die Messe verbindet uns mit allen Konfessionen, ihr Aufbau ist gradezug ökumenisch. Sie folgt dem jahrhunderte alten Aufbau mit ihren Messgesängen (Kyrie, Gloria, Credo, Santus und Agnus Dei), mit den drei Lesungen und den beiden Höhepunkten: Predigt und Heiliges Abendmahl.

Wir feiern oft in "großer Besetzung". Die verschiedenen Gaben der Gläubigen werden vom Herrn in den Dienst genommen. So gibt des die Weihrauch-, Kreuz-, und Leuchter-Träger, die Lektoren und Kommunionhelfer, sie alle versehen ihren Dienst zur Ehre Gottes, zum Lob des Herrn.

Die Evangelische Messe soll ein Ort der Christusbegegnung sein

Wir glauben, dass unser Herr Jesus Christus in seiner Liebe lebendig in unserer Mitte ist. Er selbst hat verheißen, zu seiner Gemeinde zu sprechen im Wort der Heiligen Schrift. Dadurch will er aufrichten, trösten, ermutigen und zum Glauben einladen. Sein Wort ist wahr und gewiss. Er schenkt sich selbst schenkt im Heiligen Mahl. IHN wollen wir verkündigen, IHN in unserer Mitte feiern. So verehren wir den Herrn auch durch die Verwendung von Weihrauch in unseren  Messen.

Die Feier der Messe ist Glaube mit Herzen, Mund und Händen, aber eben auch mit Augen und Nase:

Glaube ist ganzheitlich

Im Sitzen den Psalm beten, oder auf Gottes Wort hören; zum Evangelium, zum Lobgesang und zum Gebet aufrecht stehen vor Gott, zu seiner Ehre das Haupt neigen oder anbetend die Knie beugen, mit Leib und Seele Haltung annehmen.

Liturgie ist sinnlich

Anzeigen der Gegenwart Christi mit Weihrauch

Die Weisen aus dem Osten bringen dem Christus-Kind in der Krippe Weihrauch dar, das anbetende Geschenk für einen Gott (Mt.2). Die Liturgie verehrt Christus mit der Weihrauchgabe und zeigt damit die Gegenwart Jesu Christi an.

Christus ist auf mannigfaltige Weise in der Liturgie gegenwärtig: Er spricht zu seiner Gemeinde durch sein Wort, segnet, rührt an, tröstet und heilt. Im Sakrament des Altars schenkt er sich uns ganz. In der Liturgie repräsentieren der Altar, das Kreuz, die Osterkerze und in der Weihnachtszeit auch die Krippe Christus den Herrn. Er ist gegenwärtig in der Versammlung der Gläubigen, denn er sagt: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" (Mt 18, 20). Durch die Taufe haben die Gläubigen Anteil am allgemeinen Priestertum (vgl. 1. Petrus 2,9) und der Heilige Geist wohnt in ihnen, wie Paulus sagt: Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist…(1Kor.6,19) In den Worten der Heiligen Schrift, vor allem im Evangelium, spricht Christus selbst zu seiner Gemeinde. Darum wird dem Evangelium eine besondere Verehrung entgegen gebracht: Halleluja-Ruf, Hineintragen in die Gemeinde, Verehrung mit Weihrauch, Begleitung mit Leuchtern, Stehen der Gemeinde. Auch antwortet diese auf den Schlussruf: "Evangelium unseres Herrn Jesus Christus" mit: "Lob sei dir, Christus." Sie bekennt also, dass sie die Worte Jesu Christi selbst gehört hat. Sakramental ist Christus im Heiligen Abendmahl mit seinem für uns hingegebenen Leib und Blut in, mit und unter Brot und Wein gegenwärtig. Im Amt der Verkündigung, welches Christus gestiftet hat (Wer euch hört, der hört mich. Luk 10,16) begegnet uns ebenfalls Christus, da er der eigentlich Handelnde ist. Der Pfarrer leiht dem Herrn lediglich Stimme und Hand. Als Symbol dafür trägt der ordinierte Geistliche die Stola, das Joch Christi.

Weihrauch ist zudem Zeichen für die aufsteigenden Gebete der Gläubigen (Ps 141,2 „Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet zu dir auf, und als Abendopfer gelte vor dir, wenn ich meine Hände erhebe“ Vgl. 2.Mose 30,7f)

Hochkirchliche Messe ? / Hochkirchliche Tradition ?  Ab und an werden wir gefragt, ob wir zur Hochkirchlichen Tradition gehören, bzw. ob wir eine Hochkirchliche Gemeinde sind, bzw. eine Hochkirchliche Messe feiern. 

Es stimmt, dass uns vieles mit der Hochkirchlichen Tradition verbinden, wenn man z.B. die Gewänder, den Weihrauch, die Ministranten, oder die Liturgie selbst ansieht.

Jedoch zählen wir uns zur Liturgischen Tradition unserer Kirche. Wir feiern so, wie es früher in der Lutherischen Kirche üblich war, erst durch Aufklärung, Rationalismus und Pietismus wurden Gewänder, Rauch und viele gute Zeichen der Liturgischen Tradition aus dem Ev. Gottesdienst verbannt, bzw. starben aus. Wir haben mit der Liturgischen Bewegung unserer Ev. Kirche, die z.B. in England Oxford Bewegung (Oxford movement) genannt wird, vieles neu entdeckt und wiederbelebt, was zu Zeiten Luthers, und auch noch Bachs Zeiten ganz normal war. Wir verstehen uns als Evangelisch-Lutherische Christen, die in großer ökumenischer Freude mit Christen aller Konfessionen fröhlich feiern. Mitwirkende: Schola unter der Leitung von Kantor Christoph D. Ostendorf,

Liturgie-Team, Lektoren, Pfarrer Holger Schmidt

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