Sanierung von St. Jacobi

© Christoph Heil
Veröffentlicht am Fr., 24. Jan. 2020 22:03 Uhr
Wissenswertes

Liebe Gemeindemitglieder,

in diesem Jahr wird die Hüllensanierung der St. Jacobi-Kirche durchgeführt. Zunächst wird mit der Bauwerksabdichtung der Längswände im Sägeverfahren begonnen. Anschließend wird die Kirche eingerüstet, um mit den Dach- und Fassadenarbeiten beginnen zu können.

Das Mauersägeverfahren dient der langfristigen Abdichtung der Kirchenmauern und ermöglicht eine dauerhafte Trockenlegung der feuchten Wände. Beim Mauersägeverfahren wird das Mauerwerk über die gesamte Länge im Bereich des Sockelabsatzes aufgeschnitten. Die meisten Handwerker verwenden dafür eine Diamantseilsäge. Nach dem Reinigen des Schlitzes werden zur Abdichtung Polyethylenplatten eingelegt und anschließend verpresst. Für dies Arbeiten ist es notwendig, auch im Innern der Kirche Teile des Plattenbelags von Fußboden und Wand zu entfernen und anschließend zu erneuern.

Ein Thema, um das wir uns sehr kümmern, ist die Staubbelastung. Um die Stauberzeugung durch die Sägearbeiten möglichst gering zu halten, werden die Bauarbeiter mit einer zeltartigen Einhausung arbeiten. Vor den Gottesdiensten wird die Kirche gereinigt, damit die Staubbelastung für die Besucher möglichst gering ausfällt. Mögliche Einschränkungen bitten wir zu entschuldigen. Zum Schutz der Walcker-Orgel wurde das Instrument durch die Orgelbaufirma Sauer eingehaust. Die Einhausung ist so gebaut, dass sie sich öffnen lässt und die Orgel so weiterhin spielbar sein wird.

Außerdem untersuchen Restauratoren zurzeit die Fassade der Kirche auf Fugenmörtel aus der Bauzeit und aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg. Sie untersuchen auch die Fenster und Türen auf Farbfassungen. Das ist eine Auflage des Denkmalschutzes, und es ist gleichzeitig wichtig für die Erforschung des Gebäudes.

Finanziert wird der erste Bauabschnitt mit Mitteln von: Denkmalschutz Sonderprogramm des Bundes, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Landeskirche, Kirchenkreis und Eigenmitteln.

Die Fördermittelgeber verbinden ihre Finanzierung mit der Auflage, dass auf die Förderung gut sichtbar hingewiesen wird. Hierzu gibt es genaue Vorgaben. So wird ein großes Baustellenschild (5m x 3m) im Hof des Kolonnadengangs aufgestellt. Hier können sie dann auch sehen, welche Firmen wir für die Arbeiten beauftragen konnten. Ebenso wird oben am Gerüst zur Oranienstraße hin ein Banner der Deutschen Stiftung Denkmalschutz angebracht werden. Zusätzlich legen wir Informationsmaterial der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in der Kirche aus.

In den kommenden Jahren soll die St. Jacobi-Kirche - vorbehaltlich der weiteren Finanzierung - auch im Innern restauriert werden. Danach muss in mehreren Bauabschnitten das sogenannte Schulhaus oder Predigerhaus (Oranienstraße 134 mit Seitenflügel), das Pfarrhaus mit Gemeindehaus (Oranienstraße 132) und die Außenanlagen (Kolonnadengang mit Gartenanlage) instandgesetzt werden.

Das Baudenkmal St. Jacobi-Kirche wurde 1844-45 nach Entwurf von Friedrich August Stüler für die neu gegründete St. Jacobi-Gemeinde in der Luisenstadt erbaut, tatkräftig gefördert durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Vorbild waren altchristliche Basiliken in Rom.

Nicht nur an St. Jacobi, auch in der Melanchthon-Kirche wird gerade gearbeitet: Die Noeske-Orgel wird turnusgemäß gereinigt. Auf dem Foto sieht man die Mitarbeiter der Orgelbau-Firma bei der Arbeit. Aufgrund der Arbeiten musste die vierköpfige Familie im Kirchenasyl von bislang zwei Räumen auf einen Raum zusammenrücken. Die Familie ist aber weiter tapfer und half den Arbeitern beim Reinigen der Orgelpfeifen und versorgte die Mitarbeiter mit Mittagessen, Kaffee und Kuchen.

Wir wünschen Ihnen eine gesegnetes neues Jahr 2020!

Der Gemeindekirchenrat

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