Chorwochenende in Gollwitz

© Christoph Ostendorf
Veröffentlicht am Mo., 22. Apr. 2019 18:29 Uhr
Konzert

Ein Sängerfest in Gollwitz - Bericht vom Proben-Wochenende

Die Kantorei ist ein ansprechendes Mitmach-Angebot der Gemeinde! Sängerinnen und Sänger kommen jede Woche Dienstag um 19:30 Uhr im Gemeindesaal an St. Jacobi zusammen, um zu singen und sich an der Musik zu erfreuen. Mittlerweile sind wir auf rund 50 Menschen angewachsen - da war es höchste Zeit für die erste Chorfahrt!
Von einer Mitsängerin organisiert ging es am Weltfrauentag nach Brandenburg zum Schloss Gollwitz. Insgesamt 38 Choristen kamen mit dem Gemeindebus, auf dem Fahrrad, mit der Bahn oder dem Wagen in den friedlichen Ort an der Havel, wo wir für ein Wochenende das ganze Schloss, heute eine Begegnungsstätte für jüdische und nichtjüdische Jugendliche, beziehen konnten.
Wer nicht gerade mit dem Rad gekommen war, nutzte die erste Morgenstunde für einen Lauf über den Hochwasserdamm zur Havel mit Blick auf die feuchten Frühlingswiesen und ihren hunderten wilden Gänsen. Es galt, das aktuelle Programme französischer Chormusik zu vertiefen, das dann später am 31. März 2019 in St. Jacobi aufgeführt wurde. Es gab Proben des Gesamtchors unter Leitung von Kantor Christoph Ostendorf, und wir konnten uns Dank der Mitwirkung von Andrea Wissel in zwei Übungsgruppen aufteilen. Wenn die kleine Clara dann unter den Augen ihrer Oma durch das von dunklen Holztönen bestimmte Treppenhaus ging, drangen unterschiedliche Klänge an ihre Ohren. Auch die Probe eines ernsthaften bis zu achtstimmigen Requiems wie das von Maurice Duruflé kann zu spontanem Lachen und Vergnügen führen.
Dramaturgischer Höhepunkt des schönen Gruppenerlebnisses in Gollwitz war der bunte Samstagabend. Aus den Zimmern erschienen allerlei Instrumentenkoffer. Die Sängerinnen und Sänger traten mal als Duo mit zwei Gitarren auf, mal scharten sich zwei Flötistinnen um den weißen Flügel, begleitet von sonorem Cello-Klang. Ein Bass trat unerwartet als Münchener Tram-Schaffner aus einer vergangenen Epoche in den Stuhlkreis, Kreiskantor Ostendorf geht so überzeugend ‚Tauben vergiften im Park‘ wie Georg Kreisler. Es folgten Parodien und Melodien.
Um Mitternacht scharten sich die Sängerinnen und Sänger um Christoph Ostendorf und es wurde auf seinen Geburtstag angestoßen. Wir feierten in den frühen Sonntag hinein.
Nach morgentlicher Laudes und zwei weiteren Probenphasen machten sich am Sonntag Chor und Chorleiter wieder auf den Weg nach Berlin. Gut vorbereitet auf das Konzert in der Passionszeit und mit dem festen Willen, bald wieder gemeinsam zu Proben aufs Land zu fahren!

Andreas Beckermann, Sänger

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